Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Makler und einem Versicherungsvertreter?

Der Versicherungsvertreter vertritt eine einzige, ganz bestimmte Gesellschaft. In den letzten 50 Jahren war der Versicherungsvertreter in Deutschland DER Ansprechspartner für Versicherungsfragen. Bestimmt erinnern Sie sich noch an Herrn Kaiser! Erst in den letzten Jahren entsteht ein Wissen, dass es eine unabhängige Alternative gibt und auch Privatpersonen nutzen die Vorteile eines Maklers.

Warum eigentlich ein Makler? Der Internet-Vergleich sagt mir doch, was am Besten ist.

Zwei Gefahren gibt es: Versicherungsangebote sind schwer zu vergleichen, weil sie sich in den Feinheiten unterscheiden. Und oft sind gerade diese Nuancen entscheidend. Ein Experte kann diese Unterschiede besser einschätzen, weil er das nötige Breiten- und Tiefenwissen hat. Oft zeigen sich diese Feinheiten in Fachbegriffen, die man nur mit viel Aufwand übersetzt. Hier spart man mit einem Makler schlicht und einfach Zeit (und wahrscheinlich Nerven).

Was kann ein Makler besser als ich selbst?

Er kann es nicht zwingend besser. Wenn der Kunde das gleiche Fachwissen hat, können es beide gleich gut. Die Frage ist eher, warum sich der Kunde mit dem Thema beschäftigen sollte. Er hat keinen Vorteil durch die Eigeninitiative. Die Versicherung wird nicht günstiger, wenn er sie direkt bei der Gesellschaft abschließt und er wird mit der Gesellschaft auch keine besseren Bedingungen aushandeln können als der Makler.

Gibt es Richtlinien für den Maklerberuf?

Ich brauche eine Zulassung von der Industrie- und Handelskammer (geregelt in §34d GewO http://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__34d.html). Erst wenn ich meine Qualifikation nachgewiesen habe, erhalte ich eine Genehmigung und werde in das Vermittlerregister eingetragen (www.vermittlerregister.info, dort ist auch „Mathias Pohl“ zu finden). Weitere Erfordernisse sind z.B. eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von mind. 1,13 Mio. EUR. Für die Vermittlung von Finanzprodukten (z.B. Investmentfonds) ist eine Genehmigung nach § 34 c der Gewerbeordnung (http://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__34c.html) notwendig.

Wie kann ich sicher gehen, dass der Makler keinen „Mist“ erzählt?

Wie so oft im Leben gibt es keine 100%ige Sicherheit, außer dass es im Maklerbereich auch schwarze Schafe gibt. Man könnte unzählige Beispiele anführen, wann Sie vorsichtig sein sollten – aber im Prinzip gilt immer: Wenn Sie ein „komisches“ Bauchgefühl haben, dann lassen Sie es bleiben. Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, dann fragen Sie nach. „Kaufen“ Sie nichts aus „Schuldbewusstsein“ (er hat doch so viel Zeit aufgewendet), analysieren Sie genau, was Sie brauchen.

Makler verkaufen mir unnütze und überteuerte Versicherungen. Was meinen Sie dazu?

Makler leben von Provisionen. Von dem Beitrag, den Sie an Ihre Versicherungsgesellschaft zahlen, erhält der Makler einen gewissen Teil als sog. „Bestandsprovision“. Folglich ist, je höher Ihr Beitrag, seine Provision höher. Grundsätzlich gilt: Nützlich oder unnütz ist eine Versicherung, wenn der Kunde einen Bedarf hat oder eben nicht – ein sehr sicherheitsorientierter Mensch wird sich vermutlich mit einem Rund-um-sorglos-Paket am Wohlsten fühlen. Einem „Puristen“ wird vermutlich eine vernünftige Haftpflichtversicherung genügen. Beides ist richtig!